Sexualität

Nach einem Schlaganfall kann es für Betroffene und ihre/n Partner/Partnerin ganz besonders wichtig sein, dem anderen nahe zu sein. Gerade wenn sich die gemeinsame Lebenssituation abrupt geändert hat und auf beiden Seiten Unsicherheit über die Bedürfnisse und Gefühle des anderen bestehen, können körperliche Nähe und der Austausch von Zärtlichkeiten die gegenseitige Annäherung erleichtern. Hierbei fallen auch Schwierigkeiten durch eine eventuelle Sprachstörung nach Schlaganfall nicht so stark ins Gewicht. Gefühle der Traurigkeit, wie sie häufig bei Schlaganfallpatienten auftreten, können manchmal durch das Gefühl des auch körperlich Angenommen-Werdens durch den Partner gebessert werden. Dabei ist es wichtig, daß beide geduldig und vorsichtig aufeinander zugehen, eine Überforderung des Anderen und auch ein Sich-selber-unter-Druck-setzen sollten vermieden werden.

Oft findet sich bei Menschen nach einem Schlaganfall die Angst, durch die körperliche Anstrengung, die mit dem Geschlechtsverkehr verbunden ist, könnte es zu einem erneuten Schlaganfall kommen. Diese Angst ist aber unbegründet. Bei einem eventuell bestehenden Bluthochdruck wird der Arzt Ihnen Medikamente verschreiben, die das Risiko eines erneuten Infarktes bei körperlicher Anstrengung vermindern. Im Schlaganfall-Magazin 2/96 ist über dieses Thema ein Erfahrungsbericht veröffentlicht.

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